wortargenda

Die Werbefuzzis machen Rucola zum Trendsalat. Wenn Unkraut aus dem Ausland kommt, hat's Glück gehabt! Wortkarger Wolfram... Rainald Grebe

Der Präsident unter den Musikkabarettisten findet die richtigen Worte. Ein Hoch auf das Rainhaldsgebot! Was sonst so mitunter von Wortarbeitern und -akrobaten das Zeilige segnet, macht arg betroffen, verlangt wortkargere Typen vor die Tastatur. Zukünftig vorprogrammierte, Sinn machende Quantensprünge oder Supergaus im privaten Bereich - Unwörter, die schon in ihrer Alleinstellung wehtun und Texte verschandeln. Wenn sie arglos reinflutschten, entschuldigt das erst recht nicht. Auch Akkordschreiber dürfen ihre Worte vor und auf den Punkt wählen. Bleiben sie argwöhnisch gegenüber Floskeln und Metaphern, bringt das Sprachbilder weniger zum Wanken oder Einstürzen. Und strotzt ihre Sprache nur so von den schönen Verben, liest sich das nicht nur gut: Der Leser erhascht gern und genüßlich die erhofften Infos. Was der Adressat nicht mag: Schwebt der wortverliebte und -verspielte Autor über ihm. Der Gefahr bewusst und das ewige Verbannen in die Wortspielhölle zwar fürchtend, aber arg listig bleibend,

wortarg
Kai Kalbitz
Journalist

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